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PRESSEINFORMATION

GÖTZENDÄMMERUNG

Twilight of the Idols

 

Kunst und KI als ästhetischer Diskurs im Zeitalter von Trans- und Posthumanismus /

Art and AI as Aesthetic Discourse in the Age of Trans- and Posthumanism

 

Ausstellungsworkflow und Liveact

 

24.09.2020 - 01.10.2020

Haus der Kunst, München, Südgalerie

Künstlerverbund im Haus der Kunst München

 

von Berkan Karpat / Dr. Cornelia Oßwald-Hoffmann / Rainer Ludwig

unter Mitwirkung von Hakan Gündüz, DECOL (KI Tools)

 

 

Die hypermoderne Verschiebung der Aufmerksamkeit vom Künstler zum maschinellen Prozess, der den künstlerischen Akt zur Mittelwertermittlung von Datenstrukturen reduziert, ist vollzogen. Der KI-Prozess ist der neue Mythos. Hatte der Künstler in der Spätmoderne den Fokus vom Kunstwerk auf den Künstler selbst verschoben, sich selbst zum Kunstwerk erhoben und damit seinen künstlerischen Akt zum Mythos manifestiert, droht ihm jetzt die gänzliche Abschaffung. Selbst wenn der Künstler der erste Impulsgeber und somit der Urheber ist, wird sich die KI langfristig gesehen davon emanzipieren und die Urheberschaft wird sich verlagern.

Der Kunstmarkt jedenfalls reagiert bereits auf diese neue Situation. Das durch KI-Prozesse hergestellte Werk des französischen Kolletivs Obvious erzielte bei einer Auktion den Wert von über 400.000 $.

 

Every new beginning comes from some other beginning's end. - Seneca

Der Mensch ist in ein neues, epochales Verhältnis zur Maschine eingetreten. Gleichzeitig wächst Kunst immer mehr in den Alltag des politisch-sozialen Raumes hinein und generiert ein neues Verhältnis zwischen Mensch und Maschine im ästhetischen Kontext. So entstehen ästhetische „Maschinen-Wesen“. Sophia heißt die erste Robotermaschine, die die saudische Staatsbürgerschaft besitzt. In China spricht ein humanoider Roboter die Abendnachrichten. In Japan heiratet ein Mann die Hologramm-Popsängerin Miku Hatsune. Im Rückschluss können diese Verwachsungen von Mensch und Maschine auch für die Kunst nicht folgenlos bleiben. Immer schon haben neue technische und materielle Möglichkeiten auch neue Formen von Kunst hervorgebracht.

 

Generell sind wir in ein neues Verhältnis zwischen Kunstwerk und Produzent eingetreten. Ihre Spuren zeichnen sich in der Ausstellung „Götzendämmerung“ nach. Nach dem fulminanten thematischen KI-Auftakt mit einer Arbeit des belgischen Künstlers Patrick Tresset versammeln sich im ersten Ausstellungsraum die analogen Kunstwerke, deren Herstellung auf die Künstler zurückweisen. Im folgenden Raum finden sich Übergänge zwischen analogen und digitalen Prozessen. Die amerikanisch-kanadische Künstlerin Sougwen Chung arbeitet zusammen mit einer selbstrainierten KI, einem Roboter, der ihre Malgeste in einer gemeinsamen Malperformance multipliziert und wiedergibt. Zugleich überführt Patrick Tresset in seiner zweiten Arbeit die mit seinen verschiedenen Malstilen trainierte KI in neue Werke ohne sein Mitwirken. Hakan Gündüz geht hier noch einen Schritt weiter. Die KI erzeugt im maschinellen Zusammenspiel mit sich selbst flüchtige Bildwerke, die auf digitalen Bildschirmen wiedergegeben werden. Auch bei den ausgestellten Werken von Obvious entschwindet der menschliche Künstler. Die KI hat hier die Kunstwerke erzeugt.

 

Reduziert auf ihre ästhetische, digitale Oberfläche löst sich die Kunst aus ihrem humanoiden Zusammenhang und kondensiert zu einer eigenständigen, kreativen Größeneinheit. So erst wird sie zu einem algorithmisch verwertbaren Faktor, der als solcher in den Prozess der Transhumanisierung einbezogen werden kann, d.h. je transhumaner der Mensch wird, desto transhumaner wird die Kunst, die er produziert und konsumiert. In diesem Prozessansatz löst sich Kunst nicht auf und verschwindet auch nicht aus der Gesellschaft, sondern wird wie diese mit- und umgeformt. Dieses Szenario ist vorstellbar. Aber wird es sich ereignen und wenn ja - will man das überhaupt? Götzendienst oder Götzendämmerung oder ganz

 was anderes?

 

„Götzendämmerung“ ist der Auftakt zu einer geplanten Reihe von Ausstellungen im Haus der Kunst, die die Elektronische Gegenwartskunst in den Mittelpunkt stellt.

 

 

 

Veranstalter:

Künstlerverbund im Haus der Kunst München e.V

Prinzregentenstr. 1, 80538 München

+49 (0) 89 222 655, buero@mail.kuenstlerverbund.org

https://kuenstlerverbund.org

 

 

Artist Installation

MEMO AKTEN, SOUGWEN CHUNG, HAKAN GüNDüZ, PATRICK TRESSET, OBVIOUS

 

 

Artist Live Act (collaboration with AI) *

ELKE DREIER, MANUEL EITNER, JUDITH GOLDSCHMID, ZITA HABARTA, NICO KIESE,

GüNTHER NOSCH/FLAVIO CURY, TAMIKO THIEL + /p, FELIX WEINOLD

 

 

Analoge Arbeiten zum Thema GÖTZENDÄMMERUNG

Elke Dreier, Federico Delfrati, Judith Egger, Manuel Eitner, Amit Goffer, Judith Goldschmid, Gerhard Hahn, Zita Habarta, Nico Kiese / Bernhard Slawik, Vera Lossau, Günter Nosch in Zusammenarbeit mit Mounsif Chetitah, Susanne Pittroff, Susanne Thiemann, Tamiko Thiel + /p, Felix Weinold

 

 

Wir freuen uns auf Ihre Vorankündigungen und stehen für Fragen gerne zur Verfügung.

Bis September im Haus der Kunst!

 

Herzliche Grüße,

 

Bettina Pauly

 

PR Künstlerverbund im Haus der Kunst

kulturpr@bettinapauly.de

+49 (0) 173 9887957 / 089-337346

 

 

 

Abb. Courtesy Sougwen Chung

 

 

 

*Terminplanung LiveAct

Stand: 22.09.2020

 

 

Donnerstag, 24. September 2020

18:00 - 22:00 Tamiko Thiel und /p

 

Freitag, 25. September 2020 10:00- 14:30 Elke Dreier

15:30 - 20:00 Günter Nosch/Flavio Cury

 

Samstag, 26. September 2020 10:00- 14:30 Hakan Gündüz

15:30 - 20:00 Zita Habarta

 

Sonntag, 27. September 2020 10:00 - 13:30 Judith Goldschmid

14:30 - 18:00 Tamiko Thiel und /p

 

Montag, 28. September 2020 10:00 - 13:30 Felix Weinold

14:30 - 18:00 Günter Nosch/Flavio Cury

 

Dienstag, 29. September 2020 geschlossen

 

Mittwoch, 30. September 2020 10:00 - 13:30 Nico Kiese

14:30 - 18:00 Hakan Gündüz

 

Donnerstag, 1. Oktober 2020 10:00 - 13:20 Niko Kiese

14:20 - 17:40 Hakan Gündüz

18:40 - 22:00 Tamiko Thiel und /p

 

 

 

Mit freundlicher Unterstützung von

George Washington Gedenkstiftung

Kulturreferat Technik